Spirituelles Wandern


In vielen religiösen Traditionen ist der Weg Symbol für die Suche nach dem Göttlichen und dem Selbst.

Entschleunigung - Nachhaltigkeit - Achtsamkeit - innere Ruhe

Der moderne Mensch ist ständig unterwegs. Er bewegt sich nicht mehr auf natürlichen Wegen, sondern auf schnellen begradigten, asphaltierten, da er sein Ziel auf schnellstem Weg ohne Zeitverlust erreichen will. Der Mensch fühlt sich immer mehr gehetzt und getrieben und somit bleibt neben der Schnelllebigkeit des Alltags kaum Zeit für Gott und seine Schöpfung.
Spirituelles Wandern kann diesem übertriebenen Tempo entgegen wirken.

Nur der Mensch kann sich bewusst dazu entscheiden, sich auf den Weg zu machen.

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Der Mensch braucht Ziele, um seinem Leben Sinnhaftigkeit zu verleihen. 


Was macht das eigentlich mit uns, wenn wir gehen? Es geschieht ganz offensichtlich etwas mit uns, während der Wiederholung einer unserer selbstverständlichsten, alltäglichsten Bewegungen. Beim Gehen scheint sich etwas auf der Schwelle zwischen Leib und Seele abzuspielen.


"Der Weg" ist die beliebteste Metapher für das Dasein des Menschen; man spricht ausdrücklich vom Lebensweg: Seinen Weg gehen. Das Gehen selbst wird dabei kaum  thematisiert. 

Neue Wege gehen.

Auf dem besten Weg sein.

Unseren eigenen Weg gehen.

Auf dem Weg der Besserung sein.

Steine, die wir in den Weg gelegt bekommen.

Anderen im Weg stehen. 

Jemanden den Weg ebnen.

Etwas aus dem Weg zu schaffen. 

Vom  rechten Weg abkommen.

Jemanden nicht so recht über den Weg trauen.

Jemanden lieber aus dem Weg gehen.


Unseren Lebensweg sollten wir alle nicht nur als bloßes Unterwegssein sehen, denn in ihm werden all unsere Gedanken, Erinnerungen, Entscheidungen, Verantwortlichkeiten, Träume, Wünsche, Fehltritte und Sehnsüchte gebündelt, eben alles, was uns als Menschen ausmacht. 

"Was kann ich mir denn unter einer spirituellen Wanderung vorstellen?“

Die Antwort darauf ist nicht so einfach und allgemein zutreffend.

Spirituelle Wanderungen beziehen drei Bereiche aufeinander: Raum und Zeit und den Moment des Erlebens, der im Menschen stattfindet.

Da ist der Mensch oder sind die Menschen, mit denen wir eine Wanderung unternehmen wollen, da ist der Weg, mit allen seinen Merkmalen und da ist unsere christliche Tradition, die  bewusst mit auf den Weg genommen wird. 

Spirituelle Wanderungen sind tröstliche Wanderungen. Denn Trost kommt von Trauen und wir trauen dem gemeinsamen Gehen, den spirituellen Übungen und Texten unserer Tradition zu, dass sie uns nachhaltig Halt geben. 



Aus Wanderforschung.de: Wandern als Natur- und Selbsterfahrung - Studien zum sanften Natursport  










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